Ursachen des frühzeitigen Samenergusses

Ursachen des vorzeitigen Samenergusses: Problem liegt im Gehirn

Die möglichen Ursachen für eine vorzeitige Ejakulation betreffen das Gehirn, organische Probleme und die Psyche.

Zwar weiß man heutzutage im Vergleich zu früher sehr viel über die Ursachen des vorzeitigen Samenergusses, dennoch wird das Phänomen von der Wissenschaft immer noch recht stiefmütterlich behandelt.

Während Erektionsstörungen heutzutage gut behandelbar sind und mithilfe von Viagra und Co fast schon salonfähig gemacht wurden, wird über den vorzeitigen Samenerguss nur hinter verschlossenen Türen geredet.

Man weiß mittlerweile aber immerhin, dass man die Ursachen für die vorzeitige Ejakulation entweder im Gehirn oder in Form verschiedener organischer Probleme zu suchen hat. Die Psyche kann ebenfalls eine Rolle spielen, ist allerdings bei weitem nicht so wichtig, wie man früher angenommen hat.

Grundsätzlich unterscheidet man temporäre und lebenslange Probleme mit der vorzeitigen Ejakulation.

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Früher galt die Psyche als Ursache

Früher ging man davon aus, dass die vorzeitige Ejakulation ein rein psychisches Problem sei. Negative sexuelle Erfahrungen galten dabei als Hauptursache für die Entstehung einer solchen Erkrankung. Hier ein paar Beispiele für negative sexuelle Erfahrungen:

  • Angst vor sexuellem Versagen
  • Angst vor einer ungewollten Vaterschaft
  • Angst zu früh zu „kommen
  • Zu früher Sex während der Pubertät
  • Zu wenig Sex
  • Zu viele flüchtige, sexuelle Bekanntschaften

Durch die oben genannten Ursachen wurde das Gehirn nach damaliger Ansicht auf negative sexuelle Erfahrungen konditioniert, wodurch es beim Patienten angeblich zum vorzeitigen Samenerguss kam.

Heutige Ansicht: Neurologisches Problem

Heute ist man sich relativ sicher, dass die Hauptursache für einen vorzeitigen Samenerguss im Gehirn gefunden werden kann. Eine veränderte Empfindsamkeit der Rezepten der Neurotransmitter oder auch Unregelmäßigkeiten in Bezug auf die Botenstoffe (niedriger Serotoninspiegel) im Hirnareal sind vermutlich zwei Gründe für die Entstehung der Krankheit.

Ist der Serotoninspiegel im Körper eines Mannes zu niedrig, reagiert der Körper mit einer deutlich sensibleren Eichel. Diese wird beim Sex entsprechend mehr gereizt, sodass es schneller zum Samenerguss kommt.

Man ist sich dabei deshalb so sicher, weil Medikamente, die gegen die oben genannten Probleme eingesetzt werden können, auch bei der vorzeitigen Ejakulation helfen. Scheinbar existieren diesbezüglich familiäre Häufungen des Problems, weshalb die entsprechenden Anlagen wohl vererbt werden.

Psyche ist noch nicht ganz aus dem Rennen

In vereinzelten Fällen ist die Psyche in Bezug auf den vorzeitigen Samenerguss noch nicht ganz aus dem Rennen – sie ist als Ursache jedoch nicht so wichtig, wie man früher angenommen hat.

In Wirklichkeit können psychische Faktoren tatsächlich einen gewissen Einfluss auf den Zeitraum bis zur Ejakulation haben. Frühkindliche sexuelle Störungen, Angstzustände, Versagensängste und eine einschränkende Sexualerziehung können dabei mögliche Gründe für die Entstehung der Erkrankung sein.

Zwei Arten des vorzeitigen Samenergusses

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem primären und dem sekundären vorzeitigen Samenerguss.

Die primäre Form besteht lebenslang, weshalb diese bereits zu Beginn der Pubertät auftritt. Es spielt keine Rolle, wie viele Partner man hat: Das Problem bleibt bestehen.

Die sekundäre Form wird im Laufe des Lebens erworben und kann normalerweise auf organische Ursachen zurückgeführt werden. Dazu zählen beispielsweise Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion), Entzündungen der Prostata oder der Harnröhre und Funktionsstörungen der Schilddrüse.

Ursachen müssen weiter erforscht werden

Für weitere Erkenntnisse zu diesem Thema sind weitere Forschungen vonnöten. Wir dürfen gespannt sein, zu welchen Erkenntnissen die moderne Medizin in Zukunft noch gelangt und welche Rolle die Psyche bei der vorzeitigen Ejakulation tatsächlich spielt.