Sexualtherapie bei frühzeitigem Samenerguss

Da der Begriff Sexualtherapie nicht genauer definiert ist, kann die entsprechende Behandlung wahlweise beim Urologen, bei einem Sexualmediziner, beim Hausarzt oder bei einem speziellen Sexualtherapeuten stattfinden.

Dabei sollte man sich von dem Bild eines Mannes, der auf einer Couch liegt und dem Psychologen von seinen sexuellen Problemen erzählt, verabschieden. Unter einer Sexualtherapie versteht man viel mehr das Gespräch mit einem Profi, in dem dem Patienten verschiedene Therapiemöglichkeiten der vorzeitigen Ejakulation vorgestellt werden.

Außerdem versucht man gemeinsam herauszufinden, wieso man überhaupt unter frühzeitigen Samenergüssen leidet. Bei Sexualtherapien kann und sollte die Partnerin miteinbezogen werden.

Wie läuft eine Sexualtherapie ab?

Zu Beginn der Sexualtherapie benennt man das Problem und gibt zu, dass man beim Geschlechtsverkehr mit der Liebsten meist viel zu früh kommt und keine Kontrolle über den Zeitpunkt des Samenergusses hat.

Dabei sollte man dem Arzt die wichtigsten Eckdaten präsentieren, damit dieser eine möglichst passende Behandlungsmethode vorschlägt. Doch keine Sorge: Wenn Sie nicht genügend Informationen offenlegen, dann wird der behandelnde Arzt gezielt danach fragen.

Wenn der behandelnde Arzt sich ein Bild über Ihre persönliche Situation machen konnte, wird er eine Empfehlung bezüglich möglicher Behandlungsmethoden aussprechen. Dabei stehen die folgenden Methoden zur Auswahl:

  • Übungen durchführen
    Wenn es sich bei der vorzeitigen Ejakulation um ein rein psychisches Problem handelt, dann können spezifische Übungen mit der Partnerin dabei helfen, das Problem in den Griff zu bekommen. Auch organische Ursachen können mithilfe von speziellen Übungen behandelt werden.
  • Medikamente
    Medikamente wie Priligy eignen sich dann, wenn die vorzeitige Ejakulation neurobiologische Ursachen hat. Damit sind vor allem Unregelmäßigen im Serotonin-Haushalt gemeint. Mithilfe von Priligy können diese Unregelmäßigkeiten behoben werden. Hierbei handelt es sich laut aktuellem Stand der Forschung um die häufigste Ursache für eine vorzeitige Ejakulation.
  • Betäubende Cremes und Gels
    Bei organischen oder psychischen Ursachen helfen nicht nur Übungen weiter, sondern auch betäubende Cremes und Gels. Diese Mittel werden vor dem Geschlechtsverkehr auf die Eichel aufgetragen, sodass diese auf Reibung weniger sensibel reagiert. Auf diese Weise kann der Höhepunkt effektiv hinausgezögert werden.

Sexualtherapie bei vorzeitiger Ejakulation unbedingt durchführen

Sollte die Partnerin dabei sein?

Die Partnerin muss bei der Sexualtherapie zwar nicht zwingend dabei sein, jedoch empfiehlt sich ihre Anwesenheit. Schließlich leidet sie ebenfalls unter der vorzeitigen Ejakulation. Außerdem kann sie bei der Behandlung helfen, sodass man das Problem schneller in den Griff bekommt.

Insbesondere wenn dem Mann verschiedene Übungen beigebracht werden, ist die Anwesenheit der Partnerin förderlich. Manche Übungen können nämlich nur mit ihrer Hilfe durchgeführt werden (zum Beispiel die Squeeze-Technik).

Keine falsche Scheu vor der Sexualtherapie

Zugegeben: Ein Mann redet nicht gerne offen über seine sexuellen Funktionsstörungen. Mann fühlt sich dabei schließlich seiner Männlichkeit beraubt – das mühsam aufgebaute Selbstbewusstsein wird torpediert und zerstört.

Man sollte sich deshalb darüber im Klaren sein, dass eine Sexualtherapie keine Niederlage, sondern einen Sieg darstellt. Man siegt über den inneren Schweinehund und besiegt seine Ängste, indem man offen zu seinem Problem steht und sich behandeln lassen möchte.

Außerdem sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass Ärzte tagtäglich mit solchen Problemen konfrontiert werden. Die vorzeitige Ejakulation ist die häufigste sexuelle Störung beim Mann. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Ärzte sogar mehrmals täglich mit diesem Problem zu tun haben.

Darum ist die Sexualtherapie so wichtig

Grundsätzlich sehen wir in einer Sexualtherapie drei immense Vorteile für den Patienten und seine Partnerin:

  • Ursachen herausfinden
    Während der Sexualtherapie kann man herausfinden, wieso man überhaupt unter vorzeitiger Ejakulation leidet. Handelt es sich um organische Probleme, um psychische Probleme oder um ein neurobiologisches Problem? Je nach Ursache unterscheiden sich natürlich auch die Behandlungsmöglichkeiten.
  • Therapieansätze festlegen
    Wenn man weiß, wieso man überhaupt unter frühzeitigen Samenergüssen leidet, kann man das Problem bei der Wurzel packen und endlich effektiv behandeln. In den meisten Fällen werden dem Patienten Medikamente verschrieben.
  • Vermittlung zwischen Patient und Partnerin
    Die größten Probleme bei vorzeitiger Ejakulation sind der Leidensdruck und die Beziehungsprobleme, die daraus folgen. Eine Sexualtherapie kann zwischen dem Patienten und der Partnerin vermitteln. Man zeigt damit, dass man das Problem beheben und die Beziehung somit retten möchte.